Neues Tech-Spielzeug

Ich suchte bereits seit geraumer Zeit ein WLAN fähiges Radio mit welchem ich meine persöhnlichen Streams anhören kann, unabhängig von meinem PC oder sonstigen Vorrausetzungen. Da kam mir das Angebot von Aldi gerade recht. Das WLAN Internet Radio 249 von Tevion für 'nur' 89,90 EUR.  Note: Die Texte stammen von meinem Freund Chris

Meine kleine 'Blackbox'

Dieses Radio bietet einem alles was man von einem Internet Radio erwartet.

Dazu gehört:

  • WLAN mit WPA/WPA2 (IEEE 802.11b/802.11g)
  • LAN via RJ45 Stecker
  • normales UKW Radio (RDS)
  • USB 2.0 Medien Leser für USB Sticks (leider laut Hersteller nur maximal 2GB, wobei ich es mit grösseren Medien noch nicht probiert habe, ob es nicht doch funktioniert).
  • Pflege der Radiosender über die Website des Plattformherstellers.

Lieferbar ist es in weiss und schwarz, wobei ich mich für die, meiner Meinung nach edlere, schwarze Variante entschieden habe.

Die Inbetriebnahme geht relativ unspektakulär von statten. Auspacken, einstecken, einschalten und läuft.

Die Konfiguration verlief gänzlich unspektakulär, lediglich bekommt man beim eingeben des WPA2 Keys einen leichten Krampf in den Daumen oder Zeigefinger, sofern man sich für die Variante mit dem Drehrad entscheidet. Man kann den Key zwar auch per Fernbedienung einstellen, doch das war mir dann doch ein wenig zu umständlicher als die Drehrad Variante.

A propos Fernbedienung. Diese hat ein gefühltes Gewicht als ob sie aus Gußstahl gefertigt wurde und ist somit recht solide. Die Tasten sind jedoch leider Folientaster, weshalb deren Haptik ein wenig leidet. Alles in allem liegt die Fernbedienung jedoch sehr gut in der Hand und hat bei mir nahezu 180° Einfallwinkel, was ich bei einer Infrarot Fernbedienung als sehr gut empfinde. Wobei in meinem Zimmer das Infrarot Signal von sogut wie allen Seiten auf den Empfänger reflektiert wird.

Nach den ersten Tests konnten mein Freund Chris und ich logischerweise nicht umhin das Gerät auch von Innen auf Herz und Nieren zu untersuchen.

Her mit dem Schraubendreher und ran an das Ding

Die Rückseite ist mit ein paar Schrauben gesichert und recht schnell abgenommen.

Auf den Ersten Blick präsentiert sich das Gerät noch relativ schlicht in seinem Holzgehäuse, man sieht zwei Platinen und fragt sich, wieso das Gehäuse so groß ist.

tl_files/projects/iwr294/gehaeuse_offen_rueckansicht.jpg Die Platine ist zum Glück nicht besonders gesichert, weshalb man sie einfach nach hinten herausziehen kann. Vorsicht jedoch beim Flachbandkabel, welches zum Display an die Vorderseite geht, diese Dinger sind sehr empfindlich und brüchig. Das Kabel der Stromversorgung des Displays (das schwarze links) und der Stecker der Lautsprecher (rot-schwarz, rechts) sind dank ihrer Stecker einfach nach oben abzuziehen und schon ist die Platine frei.
Die "Hauptplatine" am Boden beherbergt jedoch lediglich die Anschlüsse für LAN, USB und die diversen Audio Konnektoren sowie deren Widerstände und Kondensatoren und sind daher relativ uninteressant, die komplette Logik muss sich also woanders verstecken.

tl_files/projects/iwr294/chorus2_platine_mit_abdeckung.jpg Schnell vermutet man, dass alles unter der schönen Blechverkleidung auf der kleinen Platine befindet, welche auf die Hauptplatine aufgesteckt ist. Lustigerweise kleben auch ausgerechnet auf dieser Verkleidung vier Aufkleber mit der MAC Adresse der WLAN Karte, irgenwie erschliesst sich uns der Sinn der Anbringung an dieser Stelle nicht wirklich, weshalb wir einen dieser Aufkleber auch sogleich abgezogen und auf die Rückseite des Gehäuses geklebt haben. Nun ist die MAC Adresse immer im Blick. Auf dem Bild haben wir zum Größenvergleich eine Zigarette danebengelegt. Die MAC Adresse haben wir logischerweise als paranoide Technikfreaks aus den Bildern entfernt.

Der kleine Chip auf der rechten Seite fühlt sich für das WLAN zuständig und ist mit der Bezeichnung "000B60 B543A5 V2LXH2 LBWA-EP" vermutlich verwandt mit dem LBWA18HEPZ der Firma SyChip, welche eine Tochter der Murata Manufacturing Co. ist. Doch dies ist nur eine Vermutung.

Aufmerksam wurden wir jedoch auf den Aufdruck oben links auf der Platine, dort steht "FS0040-2 Venice 6 FS0040-3.1", kurz nach Venice 6 gegoogelt stößt man sofort auf die Firma www.frontier-silicon.com ... moooment mal, diese Website kennen wir doch irgendwoher, richtig. Dort kann man seine Senderliste online pflegen. Interessant!

Es wird Zeit den Deckel abzunehmen und herauszufinden was sich darunter an Chips verbirgt.

Der Venice 6

Den Deckel kann man relativ leicht mit einem spitzen Schraubendreher abhebeln ohne Schaden anzurichten, da er nur aufgeclippt ist. Zum Vorschein kommen zwei große Chips, von denen einer sich als Frontier Silicon Chorus2 (FS1020G-F G1H282.1 C0932B) und der andere als ISSI (IS42S16800E). Details zu Ersterem findet man auf der Hersteller Homepage, zur kompletten Venice 6 Plattform findet man dort auch noch einige Informationen, wie z.B. die Presseerklärung zur Markteinführung im Jahre 2007 die Detailinformationen zum verbauten Venice 6 Modul sucht man leider vergebens, lediglich für Version 6.2 liegen dort Datenblätter bereit.
Bei dem IS42S16800E handelt es sich um ein 128MB großes SDRAM Modul, welches als Arbeitsspeicher dient. Das Datenblatt bezieht man direkt vom Hersteller (Es sind 61 Seiten).
Chorus2 Platine ohne AbdeckungEbenfalls auf der Platine befindet sich noch ein Chip mit der Bezeichnung "A829XAC FS1110G E", welcher den UKW Empfang steuert, ebenfalls aus dem Hause Frontier Silicon stammt und auf den klangvollen Namen Apollo 2 hört. Zu diesem Chip sind leider auch keine Datenblätter verfügbar, jedoch findet man welche zum Vorgänger, dem Apollo 1. Angetrieben wird der Apollo 2 von einem 16,384 Mhz Quartz, so wie sein Vorgänger. Das Herzstück, also die CPU, scheint ein kleiner Atmel zu sein. Namentlich auch als 45DB321D-SU T/R SOIC8 X bekannt.

 

Weitere Informationen, wie z.B. unsere Mitschnitte der Kommunikation mit dem wifiradio server folgt in Kürze.
Bitte kommt später hierzu nochmal vorbei.